Distanzreiten

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Nach zahlreichen Veranstaltungen mit teilweise groben Verstössen gegen den FEI-code of conduct zum Wohle des Pferdes, hat die FEI nun reagiert.

Nach der Stellungnahme der Turniertierärzte, welche 2014 in Compiègne F ihre Entrüstung über die teilweise tierquälerischen Bedingungen an Distanzreitturnieren kundgaben, überschugen sich die Mitteilungen aus Turnieren in arabischen Ländern, wo die Pferde sogar bis zum Zusammenbruch traktiert wurden. Jüngstes Ereignis war der Tod eines Pferdes am Wüstenrennen in Abu Dhabi, welches sich eine Fraktur beider Vordergliedmassen zuzog.

Nach diesen Geschehnissen haben sich verschiedene Länder, darunter Dänemark, Deutschland und auch die Schweiz dazu geäussert, sich bei fehlender Konsequenz der FEI zur Ergreifung von Massnahmen gegen tierquälerische Machenschaften an Distanzreitturnieren, sogar auf eine Teilnahme an weiteren internationalen Turnieren im arabischen Raum (darunter auch die WM in Dubai) zu verzichten.

Die FEI hat darauf reagiert, die arabischen Länder wurden bis auf weiteres aus dem Distanzreitsport ausgeschlossen.

Der Schweizerische Verband für Pferdesport SVPS ist empört über die letzten dramatischen Ereignisse in der Endurance, so unter anderem am Al Reef Cup in Abu Dhabi. Er fordert die Fédération Equestre Internationale FEI auf, die Zustände in Dubai und Abu Dhabi (UAE) zu untersuchen, unverzüglich wirksame Massnahmen zu ergreifen und auch danach zu handeln. Das Wohl des Pferdes muss unbedingt an erster Stelle stehen. Als Dachverband des Pferdesportes muss sich die FEI die Möglichkeit geben, gegen nationale Verbände, die in ihren nationalen Wettkämpfen solche Misshandlungen tolerieren, Sanktionen zu veranlassen. Weiter behält sich der SVPS vor, die Endurance-Weltmeisterschaften der Elite 2016 in Dubai unter den gegebenen Umständen nicht zu beschicken.

In den letzten Wochen lief die Endurancesaison in den Ländern des mittleren Ostens (FEI-Gruppe VII) auf Hochtouren. Einige Anlässe hinterliessen in den Medien und auf sozialen Plattformen starke Spuren und zeigten erneut in drastischem Ausmasse, dass die neuen Reglemente der FEI nicht von allen nationalen Verbänden übernommen worden sind bzw. nicht genügend durch die FEI-Offiziellen durchgesetzt werden.

Der SVPS ist empört über die grauenvollen Vorkommnisse (multiple Frakturen in Rennen, positive Dopingkontrollen, verbotene Manipulationen, diverse Regelwidrigkeiten wie zu viele Begleiter und Autos pro Pferd, etc.) an diversen nationalen sowie internationalen Veranstaltungen. Er fordert die FEI dringendst auf, sofort wirksame Massnahmen zu ergreifen und auch danach zu handeln. Angesichts der dramatischen Vorfälle in den letzten Wochen hat bereits der dänische Verband für seine ReiterInnen ein bedingtes Startverbot an Anlässen der FEI-Gruppe VII ausgesprochen. Der SVPS rät seinen Endurancereitern von einem allfälligen Start in diesen Ländern ebenfalls dringend ab. Ein Start in solchen Rennen ist derzeit mit einer Mitgliedschaft im Schweizer Kader nicht vereinbar. Zurzeit und unter den gegebenen Umständen sieht der SVPS auch einen Start an den nächsten Endurance-Weltmeisterschaften der Elite 2016 in Dubai (UAE) als unmöglich und nicht vereinbar mit seinem Leitbild zum Wohl des Pferdes an. Der SVPS behält sich somit den Entscheid vor, die WM 2016 nicht zu bestreiten und keine ReiterInnen zu entsenden.